Tengis Kasch, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Berlin, Neukölln

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13.08.2011 Neue Strategie gegen Schwangerschaftsdiabetes

Experten raten zur Screening für alle.

Schwangere: Schwangerschaft bestimmt Risiko für Diabetes (Foto: FlickrCC/Flequi)

Berlin (pte004/12.08.2011/06:05) - Jede Schwangere sollte ein Blutzucker-Screening und Beratung zum gesunden Lebensstil angeboten bekommen. Das rät die Deutsche Diabetes Gesellschaft DDG deutsche-diabetes-gesellschaft.de in einer neuen Leitlinie zum Thema Schwangerschaftsdiabetes. "Ziel ist, Risiken für Mutter und Kind während Schwangerschaft und Geburt zu mindern und die Nachsorge so zu gestalten, dass ein frühzeitiges Auftreten von Diabetes vermieden oder hinausgezögert wird", so der Diabetologe Helmut Kleinwechter im pressetext-Interview.

Bessere Diagnose und Behandlung

Bisher werden Schwangere meist mit Harntests auf Diabetes überprüft. "Ein Unsinn, denn nicht einmal zehn Prozent der Fälle werden auf diese Weise entdeckt", betont Kleinwechter. Verlässliche Ergebnisse liefern hingegen Blutzucker-Untersuchungen beim Frauenarzt, die die DDG für alle Schwangere zwischen der 24. und 28. Woche empfiehlt. Verläuft der Test positiv, sollten Ärzte mit diabetologischer Ausbildung die weitere Betreuung übernehmen - also informieren, Fragen beantworten, unnötige Ängste abbauen und beraten.

Ernährung und Bewegung sind zentrale Themen dieser Beratung - ist doch Übergewicht der wichtigste Risikofaktor für Schwangerschaftsdiabetes. "Der Fokus sollte hier liegen, da bei zu viel und auch zu wenig Gewichtszunahme in der Schwangerschaft die Komplikationen steigen. Speziell Übergewichtige brauchen Hilfestellungen für eine gesunde Gewichtsentwicklung", so Kleinwechter. Statt der bisherigen Gewichtsmessung alle vier Wochen beim Frauenarzt mit Kleidung seien tägliche Messungen zuhause vor dem Frühstück zu empfehlen, um falsche Messungen zu vermeiden.

Problem spitzt sich zu

Schwangerschaftsdiabetes wird immer häufiger. 2010 betraf das Problem in Deutschland 3,7 Prozent der Gebärenden, in anderen europäischen Ländern jedoch bereits bis zu zehn Prozent. Für Kleinwechter hängt das mit dem zunehmenden Alter der Frauen zusammen. "Waren Erstgebärende in den 1960er-Jahren noch 22 Jahre alt, sind sie heute über 30. Doch auch das häufigere Übergewicht spielt eine Rolle sowie die Epigenetik, da Mütter über diesen Weg Störungen der Zuckertoleranz an die Töchter vererben können", berichtet der Diabetologe.

Schwangerschaftsdiabetes hat viele mögliche Begleit- und Folgeerscheinungen. Vermehrt kommt es zu Bluthochdruck, Harnwegsinfekten und Schwangerschaftsvergiftungen sowie zu Frühgeburt oder einer Kaiserschnitt-Entbindung. Zudem erhöht Schwangerschaftsdiabetes das Risiko der Mutter deutlich, in späteren Jahren an Diabetes Mellitus zu erkranken. Für das Baby steigt die Wahrscheinlichkeit, übermäßig groß zur Welt zu kommen oder an Komplikationen wie Atemnotsyndrom, Unterzuckerung oder Trinkschwäche zu leiden.

(Ende)

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